Die 2c greift nach den Baumkronen (Sternen)

 

Im Oktober startete die Klasse 2c der Grundschule mit einem spannenden Naturprojekt: „Heimische Bäume“. Vier Wochen lang drehte sich alles um Buche, Birke, Eiche, Kastanie, Kiefer, Lärche, Fichte und Tanne – um deren Blätter, Früchte, Samen und Rinden. Schon bald merkten die Kinder: Bäume sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch richtige Überlebenskünstler – und ganz schön schwer auseinanderzuhalten!
Zum Glück gab es tatkräftige Unterstützung. Im Knickhus trafen die Kinder wieder auf Christin vom BUND, die sie bereits von früheren Projekten kannten. Mit viel Begeisterung zeigte sie Eselsbrücken, mit denen man sich die verschiedenen Baumarten leichter merken kann. Wie erkennt man eine Fichte, wie eine Tanne? Welche Nadeln stechen, welche nicht? Nach kurzer Zeit wussten die Kinder genau, woran man Laubbäume und Nadelbäume unterscheidet – und dass der Mischwald, der in unserer Region so typisch ist, beide Baumarten vereint.
Ein besonderes Highlight folgte an einem Dienstagvormittag: dem Waldtag mit Josh Geertz vom BUND. Gemeinsam erkundeten die Kinder rund um das Knickhus den Wald unter dem Thema „Samen und Früchte“.
Schon bald wandelte sich die Klasse 2c in kleine „Wald-Baum-Detektive“. Mit Lupen und scharfen Augen bestimmten sie Bäume anhand ihrer Rinde, Blätter und Früchte. Sie lernten, dass die Rinde der Rotbuche glatt ist und ihre Früchte die sogenannten Bucheckern sind. Auch die Eiche und ihre Eicheln wurden genau unter die Lupe genommen – und natürlich durfte das passende Rollenspiel nicht fehlen: Die Kinder spielten begeistert Eichhörnchen, die Eicheln verstecken und wiederfinden.
Jedes Kind durfte fünf Eicheln verstecken – unter Wurzeln, im Boden, unter Ästen oder im Totholz. Danach „schliefen“ die Eichhörnchen in ihrem Kobel, wachten hin und wieder auf, suchten ihre Vorräte – und fanden manchmal fremde Eicheln oder vergaßen ihre eigenen. Dabei lernten die Kinder spielerisch, wie aus vergessenen Eicheln neue Bäume wachsen. So wurde ihnen klar, dass Tiere und Bäume im Wald in einem faszinierenden Kreislauf miteinander verbunden sind: Die Tiere leben von den Früchten der Bäume, und die Bäume profitieren davon, dass ihre Samen weitergetragen und verteilt werden.
Nach den Herbstferien ging es künstlerisch weiter. Der Wald leuchtete in allen Farben, und die Kinder beschlossen, Herbstmandalas aus Naturmaterialien zu gestalten. Auf dem Weg in den Hexenwald sammelten sie Blätter in gelb, rot und braun, dazu Stöcke, Steine, Bucheckern und Rindenstücke.
Unterwegs gab es eine tolle Entdeckung: Am Pavillon beim Bouleplatz stand ein Ginkgo-Baum! Der Ginkgo ist zwar kein heimischer Baum, stammt ursprünglich aus Asien, doch seine Geschichte faszinierte alle. In Asien gilt er als Baum des Lebens, als Symbol für Langlebigkeit, Hoffnung und Freundschaft. Seine zweigeteilten Blätter, die an zwei zusammengehörende Hälften erinnern, stehen für Einheit und Harmonie. Viele Menschen glauben sogar, dass Ginkgo-Blätter Glück bringen. Natürlich sammelten die Kinder gleich eine ganze Handvoll der goldgelben Blätter – Erinnerungen an diesen besonderen Fund.
Auf der Brücke über die Schwentine entdeckten die Kinder außerdem einen Ausstellungskasten, in dem ihr eigenes Herbstplakat ausgestellt war – gestaltet noch vor den Ferien, mit echten Blättern, Früchten und Samen, und natürlich mit den Unterschriften aller Kinder. Der Stolz war groß, als sie ihre Arbeit öffentlich wiederfanden!
Im Hexenwald angekommen, dauerte es nicht lange, bis neue Geheimnisse gelüftet wurden. Auf einem Eichen- und einem Ahornblatt fanden die Kinder kleine runde Gebilde – sogenannte Galläpfel. Ein Schüler wusste: Diese entstehen, wenn eine Gallwespe ihr Ei in ein Blatt legt. Der Baum schützt sich, indem er um die Stelle herum eine kleine Wucherung bildet. Darin wächst die Wespenlarve heran – gut geschützt und versorgt. Auch die Ahorngallwespe tut dasselbe. Die Kinder waren begeistert, wie clever die Natur funktioniert.
Daneben entdeckten sie farbenprächtige Fliegenpilze, riesige Blätter und viele andere Besonderheiten. Bevor die Mandalas gelegt wurden, fegten die Kinder den Waldboden, um eine dunkle Fläche zu schaffen. Dann entstanden – mit viel Fantasie – wunderschöne Kunstwerke aus bunten Blättern, Zapfen, Steinen und Rindenstücken. Zum Abschluss machten alle einen kleinen „Museumsgang“, betrachteten die Mandalas der anderen und besprachen, was ihnen besonders gefiel: die Farben, die Formen, die Materialien.
Es war ein Tag voller Kreativität, Naturbeobachtung und Gemeinschaft – ein Tag, der allen in Erinnerung blieb.
Den krönenden Abschluss des Projekts bildete ein Ausflug ins Planetarium Kiel – diesmal nicht in den Wald, aber trotzdem mitten hinein in ein anderes Wunder der Natur. Unter der großen Kuppel erlebten die Kinder eine Vorführung zum Thema „Das Geheimnis der Bäume“.
In einem liebevoll gestalteten Trickfilm begleiteten sie den Marienkäfer Dolores und das Glühwürmchen Mike, die für ihre Insektenklasse eine Schulstunde vorbereiteten. Gemeinsam entdeckten sie den Lebensraum Baum – wie er atmet, wie er sich ernährt, wie er wächst und welche Rolle er für das Leben auf unserer Erde spielt. Die Kinder staunten, wie anschaulich und lebendig die Natur erklärt werden kann, wenn Wissenschaft und Fantasie sich verbinden.
Das vierwöchige Projekt „Heimische Bäume“ zeigte eindrucksvoll, wie Lernen draußen in der Natur gelingen kann. Die Kinder der 2c erforschten, spielten, bastelten, entdeckten und staunten – mit Kopf, Herz und Hand. Sie lernten nicht nur Fakten, sondern auch Achtsamkeit für die Umwelt, Freude an der Bewegung im Freien und Wertschätzung für die Schätze der Natur.